Beschwerden beim Fahrradfahren

Nicht umsonst wird das Radeln auch oft als »Ritt« bezeichnet. Ähnlich dem Reiten auf einem Pferd ist das Radfahren dynamisch, zudem spielt der Sattel beziehungsweise der richtige Sitz eine entscheidende Rolle beim Fahrvergnügen. Und wie beim Reiten kann es schmerzen, wenn man die relevanten Punkte missachtet.

Für Ungeübte kann es anfangs rasch ungemütlich werden, sofern man die »Grundgesetze« des Bikens ignoriert. Viele Probleme können also leicht vermieden werden.

Falls du erst neulich voller Frust deinen neuen Drahtesel in die Ecke gestellt hast, können wir dir bestimmt Mut machen, denn: deine Muskulatur wird sich anpassen und anfängliche Beschwerden in Luft auflösen; es ist eben fast wie beim Reiten: Wer als Anfänger plötzlich mit steifen O-Beinen von seinem Ross absteigt, wird irgendwann keine Probleme mehr mit dem breiten Pferderücken haben …

Gerne geben wir dir wertvolle Tipps, um echte Freude am Radeln zu genießen und auch Fehler für dich auszuschließen, die dir tatsächlich schaden können.

Hast du Rücken?

Die Volkskrankheit schlechthin verleidet auch so manchem Fahrradfahrer den Radsport. Jedoch nimmt man auf dem Rad – eigentlich – eine angenehme Position ein, die dem Rücken nicht schadet, sondern insgesamt den Aufbau der Rückenmuskulatur fördert. Voraussetzung hierfür ist die korrekte Sitzposition.

Wer das Verhältnis von Lenker zu Sattel falsch eingeschätzt hat, sollte sich schnell einem Experten anvertrauen, der dann gleich die richtigen Einstellungen vornehmen kann. Nur so werden deine Lendenwirbel geschont und deine Muskulatur ausgeglichen belastet. Zudem beugst du nur dann auch Nackenschmerzen vor, da die optimierte Sitzposition maßgeblich für eine insgesamt bequeme Haltung ist. Auch die Bandscheiben freuen sich über korrigierte Abstände.

Entgegen anderer Sportarten erfährst du beim Radeln keine heftigen Stöße oder abrupte Bewegungen, daher eignet sich Fahrradfahren meist ausgesprochen gut für Menschen mit Rückenproblemen. Schließlich kannst du Stil und Trails stets entsprechend deiner Vorlieben wählen. Es empfiehlt sich außerdem, deine Muskulatur vor jeder Saison mit Bauchmuskelübungen und regelmäßigen Einheiten in Sachen Rückentraining vorzubereiten.

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Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir außerdem geeignete Kleidung. Neigst du beispielsweise zu Nackenverspannungen oder Schmerzen im Lendenwirbelbereich, dann achte darauf, dass diese Körperregionen während des Fahrens nicht auskühlen, was beim Schwitzen oder auch bei Regen leicht der Fall sein kann. Der Fahrtwind ist ebenfalls nicht zu unterschätzen! Nehme Wechselsachen mit und greife nötigenfalls auf hochwertige Funktionswäsche, evtl. auch mit Rollkragen, zurück.

Zum Thema Kleidung ist es außerdem sehr sinnvoll zu erwähnen, dass diese ausreichend vor zu viel Sonne schützen sollte. Gerade wenn wir während weiter Strecken über Land den starken Sonnenstrahlen des Sommers ausgesetzt sind, ist ausreichender Sonnenschutz unerlässlich. Ansonsten droht ein Sonnenstich und schmerzende Verbrennungen. Das Problem unterschätzen jedoch noch zu viele. Sie vergessen die Ozonproblematik. Was einerseits unserem Herz- Kreislaufsystem zusetzt, lässt unsere Haut aufgrund der schwindenden Ozonschicht stark leiden.

Das Hautkrebsrisiko steigt, und immer mehr reagieren mit Sonnenallergien auf die aggressiven Strahlen.

Denke daher stets an Sonnencreme, eine Kappe mit Schild unter dem Helm – wenn nötig – und geeignete Kleidung. Überlege vor deiner Tour, wie die Wetterverhältnisse, das Klima, die Herausforderungen der Tour sowie die Gegebenheiten der Strecke dich fordern werden. Wenn möglich, plane Streckenabschnitte im Wald ein oder passe deine Tour anderweitig an, um nicht zu viel zu riskieren. Gerade wer all das regelmäßig ignoriert, beschwört Hautkrebs regelrecht hervor.

Geeignete Fahrradkleidung schützt dich jedoch noch vor weit mehr, als lediglich vor Unterkühlung und Sonnenstrahlen:

Mit Radhandschuhen kannst du Druckstellen und Blasen vermeiden. Auch für das Gesäß bietet die Radsportindustrie genug Abhilfe gegen Reibung und Druckstellen.

Taub sollte sich auch während langer Fahrten keine Körperstelle anfühlen. Zur Vorbeugung helfen wattierte Einlagen in Radlerhosen und atmungsaktive Radler-Funktionskleidung. Wer bereits fündig geworden und mit seinem Modell zufrieden ist, kann sich glücklich schätzen, denn die Passform mag ganz individuell ausfallen. Achte auf ein faltenfreies Anliegen am Gesäß, das übrigens vielmehr einen harten, denn einen weichen Sattel mag.

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Unser Tipp: Wer möchte, kann die Sitzfläche vor der Tour mit spezieller Sitzcreme einreiben.

Es ist sinnvoll, sich und seine empfindlichen Zonen gut zu kennen und darauf Rücksicht zu nehmen. Entsprechend deinem Bedarf, können bestimmte Bereiche am Fahrrad zusätzlich gepolstert werden, beispielsweise die Lenkergriffe.

Die richtige Vorbeugung sichert dir langes Fahrvergnügungen, und wenn es dann doch mal sehr unbequem wird, helfen weitere Tricks:

Verstelle deinen Sitz, um Gelenke zu schonen. Eine leicht veränderte Sitzposition wird die Belastung auf Druckstellen verschieben. So verhinderst du unter anderem auch mögliche Taubheitsgefühle in den Fingern, wenn über lange Zeit die gleichen Stellen abgedrückt werden.

Ein guter Tritt …

Deine Knie werden es dir danken, wenn du die Gänge anpasst. Wer ständig zu schwer treten muss, belastet seine Knie erheblich. Außerdem ist auch hier zu erwähnen, dass zu viel Kälte schadet. Achte bei den Tourvorbereitungen auf die korrekte Sitzposition und stelle sie optimal auf dich ein. Deine Knie möchte sich beim Treten strecken dürfen. Zudem sollten die Pedale keine Zicken machen, ansonsten drohen Verkrampfungen.

Beachtest du das alles, werden die vielen gelenk- und gesundheitsfördernden Aspekte des Fahrradfahrens für dich erhalten bleiben.

Auch deine Füße sollten gebührende Aufmerksamkeit bekommen, schließlich können sie jede Tour zum Kampf machen, wenn Waden und Fußgelenke sie sich wegen beispielsweise zu weicher Schuhsohlen verkrampfen. Achte außerdem auf eine gute Passform sowie atmungsaktive Eigenschaften deiner Schuhe, denn die Füße werden etwas anschwellen und schwitzen.

Autsch! – Was könnte passieren?

Ganz gleich, ob du entspannt oder wild unterwegs bist: Uns allen kann beim Radeln etwas passieren.

Selbst kleinere Unfälle gehen schnell mit fiesen Abschürfungen einher. Daher gehört zu jeder Tourausrüstung geeignetes Erste-Hilfe-Material. Gerade an Gelenken und auch der Hüfte sind Abschürfungen schnell passiert und schmerzhaft.

Um Infektionen zu verhindern, sind Desinfektionsmittel unverzichtbar. Empfohlen werden auch spezielle Bürsten, womit der Schmutz aus der Wunde entfernt werden kann. Anschließend ist die gesäuberte Wunde mit einer antiseptischen Wundcreme und einem Verband zu schützen. Gerade bei eher trockenen Schürfwunden lässt sich mit Wund-Cremes oder Vaseline-Tüchern das Ankleben des Mull-Verbandes an der Verletzung verhindern. Achte hierbei immer darauf, mit den Fingern keinesfalls die Fläche des Verbandes zu berühren, um Infektionen vorzubeugen.

Wer gegen Tetanus geimpft ist, braucht sich vor Wundstarrkrampf nicht zu fürchten, doch generell sollte bei argen, tiefen Verletzungen schnellstmöglich ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Positive Effekte für jeden Radler

Wer drei Mal die Woche mindestens dreißig Minuten radelt, tut sich sehr viel Gutes. Ärzte empfehlen diese sanfte und gelenkschonende Sportart ausdrücklich.

Da sie zu den Ausdauersportarten zählt, stärkt sie Herz und Kreislauf und regt den Stoffwechsel an. Somit haben auch ältere sowie übergewichtige Menschen eine gute Möglichkeit, Bewegung zu genießen.

Regelmäßige Wartungen und das Achten auf ein einwandfrei funktionierendes Fahrrad sowie genug Flüssigkeitszufuhr während der Fahrt sind dann die letzten Punkte, um Beschwerden auf dem Drahtesel vorzubeugen. Du hast also selbst eine Menge in der Hand und bestimmst damit, wie viel Freude du auf deinen Touren haben wirst – zusätzlich zu berauschenden Eindrücken innerhalb der satten Natur.

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