Wie finde ich den richtigen Rennrad-Lenker?

Reach, Drop, Rise, Backsweep und Flare bezeichnen verschiedene Einheiten, die sich aufs Fahrgefühl, den Komfort und auf die Sitzposition auswirken. Was diese im Detail bedeuten, erfährst du hier. 

Früher musste man sich über diese Fachbegriffe keine Gedanken machen, denn man verfügte lediglich über einen Standard. 1930 hatte die UCI (Union Cycliste International) genau festgelegt, wie ein Rennrad auszusehen hat. Ein Lenker wurde bei der Montage damals durch den Vorbau geschoben, da die Klemmung sich nicht komplett öffnen ließ. Inzwischen hat sich in der Entwicklung des Bügellenkers (Drop Bar) einiges getan, vor allem im Aero, Endurance und Gravel-Bereich.  

Alle Rennradlenker haben eines gemeinsam: Sie verfügen über eine nach unten geschwungene Lenkstange, um während der Fahrt flexible Griffpositionen zu ermöglichen. Dadurch kann Druckstellen sowie einer Überlastung der Muskeln vorgebeugt werden. 


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Die Lenkerbreite: 

Gängige Breiten sind 400 bis 460 mm (von der Mitte des Lenkers zur Mitte des Drops). Um eine ideale Lenkerbreite festzustellen, misst man den eigenen Schulterabstand von Gelenk zu Gelenk. Früher nutzte man folgende Grundregel: Lenkerhörner sollten etwa genauso breit auseinanderliegen wie die Schultern. Bei Aero-Bikes fallen die Lenker ein wenig schmaler aus, um besser im Wind zu stehen. Auf groben Pisten und beim Gravel-Bike greift man zur verbesserten Kontrolle eher zu breiteren Lenkern.

Backsweep (Kröpfung des Lenkers):

Ein nach hinten, Richtung Sattel leicht gebogener Lenker hat einen Backsweep. Beim Rennrad ist dieser nur gering ausgeprägt. Er kann für manche Handgelenke angenehmer zu fahren sein.

Flare (Neigung):

Ist der Unterlenker breiter als der Oberlenker ausgestellt, wird dies als “Drop Flare” bezeichnet. Der Spielraum umfasst wenige Millimetern bis mehrere Zentimeter. Ein breiter Flaire bietet mehr Kontrolle auf holprigen Passagen und ist ergonomischer. Einen geneigten Unterlenker bezeichnet man als “Flare Out”. Dieser unterstützt eine natürlichere Handgelenkstellung.


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Reach (Lenkertiefe):

Als Reach bezeichnet man bei Rennrad-Lenkern die Vorbiegung ab der Mitte des Oberlenkers bis zum vordersten Punkt des Bogens. Die Vorbiegung bestimmt die Position der Schalt-Bremshebeleinheit und legt fest, wie gestreckt die Haltung auf dem Rennrad ist. Durch die Vorbaulänge kann der Reach ausgeglichen werden.

Drop (Lenkerhöhe):

Als Drop bezeichnet man das senkrechte Maß von Ober- zu Unterlenker, gemessen zwischen den Rohrmitten. Je mehr Drop, desto tiefer sitzt man auf dem Fahrrad. Ein hoher Drop spart Kraft im Wind und lässt euch richtig Tempo machen.

Rise (Erhöhung):

Ein kleiner Versatz von der Klemmstelle am Vorbau nach oben, wird als Rise bezeichnet. Dieser Versatz lässt die Sitzposition etwas aufrechter und komfortabler ausfallen, ist aber weniger windschnittig.

Handauflagefläche:

Die meisten Rennrad-Lenker sind schlicht rund. Möchte man Aerodynamik mit Komfort verbinden, tendiert man eher zum Lenker mit einer breiteren und abgeflachten Auflagefläche auf dem Oberlenker. Ergonomische Lenker nutzen einen höheren und kürzeren Querschnitt.

Die Lenkerposition:

Zu guter Letzt ist auch die Installation des Lenkers sowie die Positionierung der Bremsschalthebel sehr individuell. In jedem Fall sollte das Abknicken der Handgelenke vermieden werden. Wer sich nicht sicher ist, kann anfangs eine neutrale, mittige Ausrichtung einstellen (Markierungen am Lenker). Achtet auch bei den Bremsschalthebeln auf einen geraden Übergang zum Lenker. Aus dieser Position heraus kann dann Schritt für Schritt nachjustiert werden.

Fazit:

Es gibt viele Möglichkeiten, die Sitzposition am Rennrad zu beeinflussen. Jedoch kann man pauschal schwer sagen, welche Position am besten ist. Hier empfiehlt sich das Ausprobieren. Den richtigen Lenker zu finden, kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen – aber es lohnt sich. Oft werden Spezialbikes (Aero, Endurance oder Gravel) schon mit, für den jeweiligen Einsatzbereich idealen Komponenten ausgestattet. Fehlt nur noch das Feintuning. 

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