Wie finde ich den richtigen Fahrradschlauch?

Beim Kauf eines neuen Fahrradschlauchs gibt es zwei Eigenschaften, auf die Du achten solltest: 

  1. Die Größe: Seitlich des Mantels sind Ziffern eingeprägt. Diese geben die Reifengröße und die benötigte Schlauchgröße an. (Die Angaben beziehen sich immer auf den Innendurchmesser und die Reifenbreite) 
  1. Die Art des Ventils: Autoventil, Französisches Ventil oder Standard Fahrradventil 

Um ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen, hat die Europäische Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organisation) folgende Normen festgelegt: 

ETRTO-Normen:

Folgende Werte findest Du an jedem Reifenmantel:
Folgende Werte findest Du an jedem Reifenmantel:

ETRTO-Nummer:

65-622
Die 65 steht für die Reifenbreite (mm). Die 622 steht für den äußeren Durchmesser der Felge (mm)

Zoll-Angabe:

29 x 2.60
29 Zoll Durchmesser und
2.60 Zoll Reifenbreite

Reifendruck:

1.2 – 2.6 bar, 17 – 38 psi
Optimaler Reifendruck für diese Art von Schlauch.

Achtung: Zollangaben sind nur ungefähre Werte, die von der benötigten Größe abweichen können. Das liegt an den Toleranzzugaben, diese können minimal variieren. Am besten ihr orientiert euch an den ETRTO-Angaben, diese sind immer einheitlich.  

Welche Reifentypen bzw. Fahrrad-Mäntel gibt es? 

Drahtreifen (Clincher)

Drahtreifen werden standardmäßig auf den meisten Felgen eingesetzt. Durch den Reifendruck wird der Draht ins Felgenbett gedrückt und hält Felge und Reifen zusammen. Es gibt sie mit Stollenprofil für Mountainbikes und Trekkingräder um auf Waldböden und Pfaden den perfekten Halt zu haben. Ein Rennrad benötigt glattere Reifen, für den geringsten Rollwiderstand.

Der Faltreifen

Hier wird anstelle von Draht und zur Stabilisation, Kevlar- oder Aramidfasern verwendet. Das spart Gewicht (zwischen 50 – 100 g) und der Mantel ist leicht Zusammenrollbar. Beim Trekking ist ein solcher Mantel auch einfacher zu packen als einer mit Draht. 

Schlauchreifen (Tubular)

Ein Schlauchreifen besteht aus einer geschlossenen/vernähten Hülle, in der im inneren der Schlauch liegt. Er muss direkt auf die Felge geklebt werden und durch die leichte Bauweise kann einiges an Gewicht gespart werden. Rennräder verwenden häufig diese Art von Reifen, da der Rollwiderstand ähnlich dem des Faltreifens gering ist. Bei einem Platten könnte man im Notfall noch auf dem Mantel fahren. Die Montage ist ein wenig komplizierter als bei anderen Reifen und der benötigte Kleber muss ca. 24 Stunden trocknen. Zuvor muss der Schlauchreifen ebenfalls einen Tag auf der Felge vorgedehnt werden. 

Der Tubeless-Reifen (schlauchlos)

Wie der Name schon sagt, befindet sich in diesem Reifen kein Butyl-Schlauch. Wie in einem Auto- oder Motorrad-Reifen (Faltreifen oder Drahtreifen) wird die Luft zwischen Felge und Mantel gepumpt. Der maximale Luftdruck beträgt 4 bar. Einen optimalen Druck erreicht man mit ca. 1,9 bar. Durch die spezielle Form und einem Dichtband am Boden der Felge wird die Luft sicher im Reifen gehalten.

Tubeless-Reifen benötigen Dichtmilch (Pannenschutzflüssigkeit)
Dichtmilch besteht aus einer Emulsion aus Latex und dichtet kleine Löcher und Risse im Fahrradmantel automatisch ab. Ein konventioneller Mantel ist meist nicht vollkommen luftdicht, deshalb solltest du regelmäßig überprüfen, ob genügend Dichtmilch im Tubeless-Reifen vorhanden ist. Man kann mit einer Nadel in den Reifen stechen und beim Drehen feststellen, ob sich das Loch selbstständig wieder verschließt, ist das nicht der Fall, muss nachgefüllt werden. Je nach Hersteller sollte die Dichtmilch alle 7 Monate ausgetauscht werden, da sie sich im Schlauch aushärtet und fest wird.

Vorteile Tubeless: 

  • Reparieren kleine Löcher selbst 
  • Mehr Grip durch geringeren Luftdruck 
  • Weniger Gewicht 
  • Geringer Widerstand 
  • Weniger Reibung 

Nachteile Tubeless: 

  • Benötigt Dichtmilch 
  • Es werden spezielle Felgen benötigt 
  • Aufwändigere Montage 

Der Latexschlauch – Die Alternative zum Standard Butyl Schlauch

Die meisten Fahrradschläuche sind aus Butyl gefertigt. Es gibt aber auch Fahrradschläuche aus Latex, diese sind durch ihr dünnes Material sehr leicht und besitzen einen geringeren Rollwiderstand. Das flexible Material passt sich besser an Unebenheiten an und reduziert die Pannengefahr. Latexschläuche verlieren schneller Luft als Butyl-Schläuche, daher sollte man vor jeder Tour den Druck überprüfen.

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